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Aquarium Wasserwechsel

Der richtige Wasserwechsel im Aquarium

Mit Aquarien lässt sich die menschliche Faszination für die Unterwasserwelt hervorragend ausleben. Der Blick durch die Glasscheibe eröffnet das Bild spannender Meeresbewohner und zieht Jung und Alt in ihren Bann. Neben den zahlreichen spaßigen und schönen Aspekten, die ein Aquarium mit sich bringt, geht es jedoch auch mit einigen Verpflichtungen einher. So zum Beispiel mit dem Wasserwechsel. Dieser Austausch von Fischwasser im Becken erweist sich für viele als komplizierter als gedacht, kann aber souverän gemeistert werden.

Das ist der Wasserwechsel

Grundsätzlich ist der Name beim Wasserwechsel Programm. Das Fischwasser wird also ausgetauscht und erneuert. Fische brauchen klares, sauberes und sauerstoffreiches Wasser im Becken.

Was viele Neulinge aber nicht wissen ist, dass der Wasserwechsel auch immer mit der Reinigung des Aquariums verbunden ist. Das Ziel des Wechsels ist es, die Wasserqualität zu verbessern und dazu reicht es leider nicht, das H2O nur auszutauschen. Insbesondere am Boden, sammeln sich Stoffe, die entfernt werden müssen, damit das Aquarium optimal in Stand gehalten wird.

Die Entfernung dieser Stoffe und des Schmutzes passiert beim Wasserwechsel, also bei der Erneuerung und dem Austausch des Aquariumwassers. Außerdem bietet der Wasserwechsel hervorragende Gelegenheit, das Aquarium gleich zu säubern.

Aquarium Wasserwechsel

Aquarium Wasserwechsel

Darum muss das Wasser gewechselt werden

  1. Bei Aquarien sorgt ein Wasserfilter dafür, dass die Flüssigkeit ein gewisses Niveau der Qualität und Hygiene einhält. Dieser gewährleistet zumindest, dass das Wasser für ein längeren Zeitraum frisch bleibt und nicht absteht. Die Entwicklung von Algen im Aquarium und Bakterienkolonien wird unterbunden und das Wasser bleibt in Bewegung.
  2. Einige Faktoren, können vom Filter jedoch nicht beeinflusst werden und sie können das Idyll im Aquarium stören. Egal welche tierischen Bewohner in dem Becken hausen, verfügen alle über einen Stoffwechsel. Das bedeutet, sie scheiden Nahrungsreste aus.
  3. Des Weiteren bieten Aquarien auch häufig Platz für Botanik Freunde, welche das Becken mit spektakulären Wasserpflanzen ausschmücken. Bei Pflanzen ist es jedoch unvermeidbar, dass einige Blätter und andere Teile absterben und auf den Grund des Beckens sinken. Diese tierischen Ausscheidungen und Pflanzenreste fangen auf dem Grund des Aquariums an, ihren natürlichen Prozess der Verwesung einzuleiten. Das Problem ist jedoch, dass dabei mit der Zeit Gase und Bakterien entstehen, welche die Hygiene im Wasser stark negativ beeinträchtigen. Um die Qualität im Aquarium wieder auf höchstes Niveau zu heben, muss man gelegentlich den Wasserwechsel vollziehen.
  4. Diese Überreste werden auch Mulm genannt. Im sogenannten Mulm befinden sich jedoch nicht nur sichtbare Schönheitsfehler, wie Ausscheidungen und Co., sondern auch unsichtbare Ansammlungen von chemischen Stoffen, die der Filter nicht restlos aufsaugen kann.
  5. Schmutziges Wasser ist ein enormer Stressfaktor für den Besatz. Die Lebensqualität wird eingeschränkt, die Tiere können krank werden oder sogar sterben. Die Anfälligkeit für Fischkrankheiten und Parasiten steigt.
  6. Im frischen, sauerstoffreichen Wasser „blühen“ die Fische neu auf.

So läuft der Wasserwechsel ab

Wie viel Wasser soll erneuert werden? Zunächst einmal, sollte man sich darüber Gedanken machen, wie viel Wasser man tatsächlich erneuern möchte. Das ist von Aquarium zu Aquarium teils stark unterschiedlich. Experten sind jedoch der Meinung, dass man mit 50% neuem Wasser, bei jedem Aquarium auf der sicheren Seite ist.

Geräte ausschalten: Vor dem Wasserwechsel sollten elektrische Geräte im Aquarium ausgeschaltet werden. Dazu zählen z.B. der Filter und die Heizung. Diese könnten sonst trocken laufen.

Hilfsmittel beim Wasserwechsel: Um den Wasserwechsel zu vollziehen, braucht es natürlich einige Hilfsmittel. Neben Anschaffungen aus dem Aquaristik Fachhandel, können auch Hausmittel wie Zahnbürsten einen nennenswerten Dienst leisten.

Dieses Tool, mit dem man normalerweise seine Zähne vor Karius und Baktus schützt, findet seine Anwendung auch gleich im ersten Schritt. Mit der Zahnbürste werden die Grenzen zwischen Kies und Scheibe gereinigt. Dazu wird die Bürste an der Scheibe entlang, ein paar Zentimeter tief in den Grund gedrückt. Das ist nötig, weil die Schnittstelle von Wasser und Scheibe am Kiesgrund optimale Bedingungen für Algen liefert.

Der Mulmsauger kann helfen: Der zweite Schritt beim Wasserwechsel ist es, die sogenannte Mulmglocke einzusetzen. Mit ihrer Helfe werden die tierischen und pflanzlichen Überbleibsel vom Boden des Aquariums aufgesaugt und der eigentliche Wasserwechsel beginnt. Im Grunde funktioniert sie, wie ein Unterwasserstaubsauger. Der Mulmsauger wird schrittweise über den Boden des Aquariums geführt, bis es vollständig gereinigt wurde oder die gewünschte Menge Wasser aus dem Becken gesaugt ist. Ob der Mulmsauger jedes Mal eingesetzt werden muss, zeigt die Menge an Mulm an, die sich auf dem Bodengrund gesetzt hat. Ein Wasserwechsel braucht es jedoch regelmäßig, auch wenn die Mulmschicht noch gering ist.

Das Auffüllen: Als letztes muss das fehlende Wasser natürlich wieder aufgefüllt werden. Bei Süßwasseraquarien kann dazu einfach aufbereitetes Leitungswasser genutzt werden. Um Chlor und Kalk zu entfernen, sollte es zuvor jedoch durch handelsübliche Wasserfilter gelaufen sein.

Ganz wichtig: Das Wasser muss die gleiche Temperatur haben, wie das alte Aquariumwasser! Ein Temperatursturz kann einen Schock bei den Tieren auslösen.

Der neue Wasserspiegel: Wenn der Wasserspiegel wieder beim bekannten Pegel steht, ist der Wechsel auch schon fertig und das Aquarium erstrahlt in neuem Glanz.

Geräte wieder einschalten: Nicht vergessen, der Filter, die Heizung und andere Geräte müssen wieder eingeschaltet werden!

Die Schlauchmethode

Was braucht es beim Wechsel des Wassers mit der Schlauchmethode?

Die meisten Aquarianer bevorzugen die Schlauchmethode. Diese ist recht einfach. Benötigt werden ein Schlauch und ein Eimer. Die Anforderungen an den Schlauch sind:

  • er sollte zirka 1,5 Meter lang sein
  • er sollte einen Durchmesser von 12 bis 15 Millimeter haben

Wie läuft der Wasserwechsel mit dem Schlauch ab?

  1. Der Eimer wird neben das Becken gestellt. Dies aber nicht auf gleicher Ebene, sondern tiefer. So kann das Gefälle ausgenutzt werden.
  2. Der Schlauch wird mit Wasser aus der Leitung gefüllt und an beiden Enden zugehalten. Nun wird ein Ende ins Aquarium gehalten, das andere Ende kommt in den Eimer. Erst öffnet man das Ende im Aquarium, anschließend das im Eimer. Durch den Sog und das Gefälle fließt nun das Wasser in den Eimer.
    Achtung: Fische dürfen dem Schlauchende nicht zu nahe kommen. Hier muss vorsichtig gearbeitet werden. Notfalls kann man auch seine Hand davor halten!
    Dagegen ist es erwünscht, dass abgestorbene Pflanzenreste, Schmutz, Algen oder Mulm mit ausgesogen werden.
  3. Je nachdem, wie groß der Eimer ist und wie viel Wasser gewechselt werden muss, muss der Vorgang mehrmals durchgeführt werden. Denn ist der Eimer voll muss er selbstverständlich ausgeleert werden, bevor es weiter geht.
  4. Nun wird der Eimer mit frischem Leitungswasser in gleicher Temperatur, wie es das Aquarium hat, gefüllt.

Wie oft sollte das Wasser gewechselt werden?

Der Häufigkeit des Wasserwechsels, hängt von den Ansprüchen, der Besatzgröße und dem Pflegeverhalten des Betreibers ab. Grundsätzlich sollte ein Wasserwechsel mindestens alle drei Wochen vollzogen werden, im Durchschnitt jedoch einmal die Woche.

Wenn der Besitzer des Aquariums jedoch viel Düngemittel verwendet, sollte der Wechsel häufiger stattfinden. Außerdem empfiehlt es sich das Wasser oft zu wechseln, wenn man die Fische zum Leichen bringen möchte.

Wenn ein guter Pflanzenbewuchs die Nitratkonzentration gering hält, kann der Teilwasserwechsel auch erst alle zwei Wochen erfolgen. Auch ein großer und leistungsstarker installierter Filter kann den Zeitraum für den Wechsel des Wassers verlängern.

Niemals sollten jedoch mehr als 3 Wochen dazwischen liegen.

Insgesamt ist festzuhalten, dass ein wöchentlicher Wasserwechsel die beste Häufigkeit darstellt. Die Gesundheit und das Verhalten der Fische werden sich sichtbar verbessern und auch die Wasserpflanzen werden in neuem Grün erstrahlen.

Wie viel Wasser wird beim Wechsel ausgetauscht?

In der Regel wird 1/3 Wasser dem Becken entnommen. Dieses wird mit frischem Wasser aufgefüllt. Es sollten nicht mehr als 50% Wasser ausgetauscht werden. Das Wassermilieu würde sich zu stark ändern. Ein Sonderfall, bei dem diese Regelung durchbrochen werden kann, ist eine Fischkrankheit.

Welche Temperatur muss das frische Wasser haben?

Das neu zugeführte Wasser muss möglichst die gleiche Temperatur wie das Wasser im Becken haben. Nur so kommt es nicht zu Anpassungsproblemen und Stress beim Besatz. Das gleich temperierte Wasser wird an der Oberfläche des Aquariums zugeführt. Durch dieses Vorgehen werden Chlorgase verringert.

Tipps, Tricks und was man beachten sollte

Je größer das Aquarium ist, desto mühseliger und langwieriger kann der Wasserwechsel sein. Ein Trick ist jedoch, die Mulmglocke mit einem Gartenschlauch zu verbinden und das abgesaugte Wasser gleich in die Badewanne oder den Garten zu schleusen.

Wird der Mulmsauger eingesetzt, ist höchste Sorgfalt geboten. Schließlich können sich auch Bewohner des Aquariums in der Mulmglocke verfangen und das gilt es natürlich zu vermeiden. Beim Wasserwechsel sollte man also sorgfältig beobachten, was von dem Schlauch aufgesaugt wird.

FAQ

Das Wasser sieht klar aus, muss ich es trotzdem wechseln?

Ja, das optische Aussehen sagt nicht allzu viel über die tatsächliche Qualität des Wassers aus. Die chemischen Stoffe, wie zum Beispiel Phosphat, sind für das menschliche Auge unsichtbar, müssen aber trotzdem entfernt werden. Es sollte niemals so lange gewartet werden, bis das Wasser trüb ist. Das Reinigungsintervall muss immer eingehalten werden.

Ist die Stressbelastung des Wasserwechsels für Fische schädlich?

Nein. Natürlich verursacht ein Wasserwechsel Unruhe bei den Bewohnern des Aquariums, diese ist jedoch vergleichsweise harmlos, beim Blick auf den Stress, welchen die Fische in der Natur erfahren.

Weitere Fragen mit Antworten rund um die Aquaristik gibt es in unserem Aquarium Guide.


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