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Malawi Buntbarsch

Die Haltung der Malawibuntbarsche (Malawi-cichliden oder Malawi-Cichlidae) ist für viele Aquarianer pure Leidenschaft. Die Malawi Aquaristik ist viel anspruchsvoller als von vielen angenommen. Die Buntbarsche sind vor allem bei ihren Fans wegen ihrer prächtigen Farben beliebt.

Woher kommt der Malawi Buntbarsch?

Der Malawisee wird auch als Njassasee bezeichnet. Er befindet sich in Ostafrika und ist neuntgrößte See weltweit. Er hat eine Länge von 570 Kilometer und bietet eine mittlere Tiefe von 292 Meter. Er ist der fischreichste See der Welt und vor allem durch seinen Artenreichtum an Buntbarschen bekannt.  Im See befinden sich über 800 unterschiedliche Buntbarsch-Arten. 460 davon sind kategorisiert, die anderen noch nicht beschrieben.

Sie werden in zwei Kategorien unterteilt: die Felsenbuntbarsche (Mbunas) und die Nicht-Felsenbuntbarsche (Non-Mbunas). Alleine die Gattung der Felsenbuntbarsche umfasst 12 Gattungen. Die Fische erreichen eine Größe von 10 bis 12 Zentimeter. Sie ernähren sich zum größten Teil von dem Aufwuchs, der auf den Felsen zu finden ist. Aufgrund ihrer Größe eignen sie sich sehr gut für ein Aquarium.

Eckdaten zu den durchschnittlichen Wasserwerten des Malawisees
  • Sichtweite bis 20 Metern
  • pH- Wert 7,7-8,8
  • Gesamthärte 4-6
  • Karbonathärte 6-8
  • Wassertemperatur: 24-29 °C
  • Tiefentemperatur: 22 °C

Woran erkennt man Malawi Buntbarsche?

Buntbarsche (Cichlidae) sind keine Barsche.

Die meisten Buntbarsche weisen die typisch längliche Form eines Barschs auf und haben einen großen Kopf. Die Rückenflosse reicht bis an die Schwanzflosse und ist etwas flach. Die Brustflosse dagegen ist sehr groß und kann ebenfalls spitz ausgezogen werden. Viele Malawi Buntbarsche haben eine blaue Färbung. Sie sind unifarben oder weisen einige Streifen auf. Einige Fische sind blau- oder gelbschwarz gescheckt. Die Männchen sind an den auffallend gelben Flecken gut zu erkennen. Bei den Weibchen fehlen diese Flecken komplett oder sind nur etwas schwächer zu sehen.

Malawi Buntbarsch
Malawi Buntbarsch – in prachtvollen Farben

Wie werden sie im Aquarium gehalten?

Die Beckengröße

Die Fische benötigen ausreichend Platz. Neben einigen Steinen und Felsen, die einige Durchgänge aufweisen sollten, benötigen sie viel freien Schwimmraum.  Malawi Buntbarsche brauchen deshalb ein Aquarium mit einen Füllvolumen von mindestens 300 Litern. Noch besser ist ein Aquarium zwischen 700 und 1000 Litern. Besonders gut geeignet ist ein Cichlidenaquarium mit einer Kantenlänge von 150 Zentimetern, Beckenlängen ab 120x50x50 sind möglich, je größer desto besser. In der Größe nach oben gibt es keine Begrenzungen. Wer ein Malawi Aquarium sucht, muss ein großes Aquarium kaufen.

Die Wasssertemperatur

Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 23 und 26° C betragen. In diesem Temperaturbereich fühlen sie sich wohl und zeigen ihre ganze Farben-Pracht.

Verhältnis von Männchen und Weibchen

Das Mischverhältnis zwischen Männchen und Weibchen sollte circa 1:2 oder 1:3 betragen. Damit das Aquarium bunt gestaltet werden kann, sollten Fische in den unterschiedlichsten Farben zusammengestellt werden. Es sollte immer eine größere Anzahl an Weibchen in einem Aquarium gehalten werden.

Andere Arten im Becken

Die Buntbarsche gelten als sehr sozial. Aus diesem Grund können sie problemlos mit anderen Fischen zusammen gehalten werden. Dazu können noch ein paar gute Algenfresser, wie Ancistrus und Fiederbartwelse, mit ins Becken.

Untereinander bildet sich eine Art Hierarchie im Aquarium. Das bedeutet, dass einige Fische dominanter und andere zurückhaltender sind. Wenn mehr Fische im Aquarium gehalten werden, verteilen sich die Revierkämpfe auf eine natürliche Art und Weise. Somit sind einzelne Fische nicht so gestresst.

Untergrund

Malawi-Buntbarsche brauchen Sand als Bodengrund. Hier sollte es feinkörniger Sand mit einer Körnung von 0 bis 3 mm sein. Die Fische reinigen mit diesem ihr Maul. Der Sand wird mit dem Mund aufgenommen und rieselt an den Kiemen wieder ins Wasser.

Aufbauten

Damit sich die Fische optimal zurückziehen können, ist es besonders wichtig, dass viele Steinaufbauten im Aquarium vorhanden sind. Schließlich suchen die Fische auch in ihrem natürlichen Lebensraum immer Schutz vor ihren Feinden. Steinaufbauten sind im Zucht Malawi-Cichliden-Aquarien zum Versteck der Jungfische wichtig. Zur Gestaltung des Beckens ist Lochgestein als Aquarium Deko besonders geeignet.

Pflanzen

Entgegen vieler Meinungen haben auch Aquarienpflanzen in einem Malawicichliden Becken eine Chance. Wenn die Fische ausreichend und abwechslungsreich ernährt werden, werden die Pflanzen nicht als Futterquelle herangezogen. Pflanzen können zu dekorativen Zwecken in das Aquarium gepflanzt werden. Diese werden von den Fischen zwar nicht zwingend benötigt, aber sie sind eine tolle Dekoration. Hierbei sollte aber darauf geachtet werden, dass die Pflanzen einen höheren ph-Wert vertragen.

Wie richtet man ein Malawi Aquarium ein?

Bevor das Wasser in das Aquarium eingefüllt wird, werden die unterschiedlichsten Größen an Steinen und Felsen platziert. Danach wird etwas Kies eingefüllt. Sie sorgen dafür, dass die wenigen Pflanzen, die in das Aquarium gepflanzt werden, einen sicheren Halt haben. Bei einem 500 Liter Aquarium muss damit gerechnet werden, dass es auf Dauer hohe Kosten verursacht.

Wenn das Aquarium komplett eingerichtet wurde, sollten die Fische nicht direkt mit dem Transportwasser in das Aquarium gegeben werden. Wesentlich besser ist es, wenn sie zuerst mit dem Transportwasser eine Zeitlang in einem Eimer gelassen werden, bei dem nach und nach etwas frisches Wasser aus dem Becken dazugefügt wird. Das hat zur Folge, dass sich die Fische besser an den ph-Wert des Wassers gewöhnen.

Was muss bei der Haltung beachtet werden?

Bei der Haltung der Fische muss darauf geachtet werden, dass das Aquarium einen sicheren Standort hat. Wenn ein Becken mit einem Fassungsvermögen von 700 Litern gewählt wird, wiegt es inklusive der Fische, Sand, Steine und Felsen bis zu einer Tonne. Dieses Gewicht kann von einem herkömmlichen Regal nicht getragen werden.

Bei einem derartigen Aquarium ist es sinnvoll, wenn vorab ein Statiker um Rat gefragt wird. Wer in einer Mietwohnung lebt, sollte das Vorhaben mit dem Vermieter abklären, damit es später keinen Ärger gibt. Wer Malawi Buntbarsche halten möchte, sollte am besten eine Versicherung abschließen. Durch einen Glasbruch kann es passieren, dass innerhalb kürzester Zeit das Wasser ausläuft und die Wohnung somit einen Wasserschaden erleidet.

Der Wasserwechsel

Das Wasser sollte zur Hälfte regelmäßig gewechselt werden. Das bedeutet, dass einmal in der Woche bis zu 250 Liter Wasser abgepumpt werden müssen. Nur so ist es möglich, dass die Schadstoffe aus dem Süßwasser entfernt werden. Das frische Wasser braucht eine Temperatur von mindestens 22°C bis 23°C. Ist es zu kalt, sterben die Fische.

Wärmer jedoch sollte es auch nicht sein, sonst entwickeln sich Bakterien zu schnell. Sie stellen Futter für Parasiten dar, die wiederrum zu Fischkrankheiten beim Barsch führen kann. Eine Krankheit, für die der Malawi Buntbarsch anfällig ist, ist die Weißpünktchenkrankheit. Aus diesem Grund muss der Aquarium Wasserwechsel regelmäßig erfolgen.

Die Fütterung

Die Haltung von Malawi Buntbarschen ist im Vergleich zu Salzwasserfischen sehr einfach. Die Fische gelten als wahre Futterspezialisten. Sie passen sich schnell ihrem neuen Lebensraum an. Trotzdem sollte immer darauf geachtet werden, dass den Fischen ein ausgewähltes Futterangebot gereicht wird.

  • Die größte Gruppe der Mbunas Malawi Barsche sind Aufwuchsfresser. Normalerweise fressen diese Buntbarsche Algen und die dort enthaltenden Kleinstlebewesen. Oftmals sind darin Insektenlarven und kleine Krebstiere enthalten. Das bedeutet, dass es sich bei diesen Fischen nicht um reine Pflanzenfresser handelt.
  • Eine andere Gruppe gehört zu den Allesfressern. Sie fressen neben dem Aufwuchs auch kleine Krebse, Insekten und Schnecken.
  • Dann gibt es noch eine dritte Gruppe, die reine Pflanzenfresser sind. Hier wird am besten Spirulina mit mindestens 36% Anteil Spirulinaalge und Gemüse gefüttert.

Für die Fütterung von Malawi Buntbarschen ist am besten ein pflanzliches Fischfutter mit geringem Fettanteil sowie vielen Ballaststoffen wichtig. Hierfür stehen unterschiedliche Granulatfuttersorten zur Verfügung. Einige beinhalten einen hohen Anteil an Fischen, Meerestieren, Getreide, Ölsaaten und Mineralien. Das Futter sollte nicht überlagert und qualitativ hochwertig sein. Cichliden mögen Abwechslung beim Futter.

Wer seine Malawi Buntbarsche täglich mit etwas hochwertigem Granulat füttert, wird lange Freude daran haben. Die Farben der Fische sehen dann besonders prächtig aus und sie bleiben gesund und munter.

Geignete Trockenfuttersorten sind folgende:

  • O.S.I. Spirulina (pflanzlich)
  • O.S.I. Vivid Color
  • Tetra Phyll (pflanzlich)
  • Tetra Rubin
  • Tropical Spirulina (pflanzlich)
  • Züchterflocke mit Artemia und Spirulina

Tipps für die richtige Fütterung

  1. Beim Trockenfutter sollte nie mehr gekauft werden, als in einem viertel Jahr verbraucht werden kann. Ist die Futterdose geöffnet, so leidet mit der Zeit die Qualität. Ideal ist es, wenn die Sorten regelmäßig gewechselt werden.
  2. Frostfutter sollte regelmäßig gegeben werden.
  3. Die Futtermenge sollte so angepasst sein, dass nur so viel gefüttert wird, wie in 3 bis 5 Minuten gefressen wird. Zu viel Futter kann das Wasser verunreinigen.
  4. Den Malawi-Cichliden tut ein Diät-Tag in der Woche gut. Zu viel Futter kann zur Verfettung der inneren Organe führen.

Aufzucht

Zur Zucht wählt man schöne und gesunde Tiere aus. Farbenprächtige Fische ohne optische Fehlbildungen bilden die Basis für eine Qualitätszucht. Damit ist gewährleistet, dass gesunde Nachzuchten enstehen.

Wie geht die Aufzucht?

  1. Beim Füttern wird geschaut, ob es trächtige Weibchen im Becken gibt.
  2. Findet sich ein Weibchen, so wird es ca. 19 Tage beobachtet.
  3. Nach dem das Weibchen ca. 19 Tage Eier im Maul trägt, wird ein Leichkasten ins Aquarium gegeben.
  4. Nach weiteren 2 Tagen können die Jungen vorsichtig aus dem Leib des Weibchens herausmassiert werden.
  5. Das Weibchen kann in ein separates Becken zur Erholung oder aber kommt ins große Becken zurück.
  6. Die Jungen bleiben 5 bis 10 Tage im Leichkasten.
  7. Derweilen wird ein Aufzuchtbecken mit dem gleichen Wasser, wie im Hauptbecken, eingerichtet.
  8. Anschließend kommen sie in ein separates Aufzuchtbecken.
  9. Dort werden sie viel gefüttert. Gefüttert werden Artemia (Salzkrebschen oder Salzwasserkrebse), Cyclops und fein geriebenes Flockenfutter. Letzteres wird zugegeben, wenn die Jungtiere 2,5 cm erreicht haben.
  10. Auch in diesem Becken muss ein Wasserwechsel durchgeführt werden. Ideal wird zweimal die Woche 20 bis 25% ausgetauscht. Die Wassertemperatur im Jungfischbecken sollte 24 bis 28 Grad betragen.

Malawi Buntbarsch Arten

Eine Artenliste aller Buntbarsche findet sich bei Wikipedia. Bei rund 800 Arten des Malawi Buntbarsches, davon mehr als 460kategorisierte, wollen wir hier nur ein Beispiel rausgreifen:

Otopharynx tetrastigma

Otopharynx tetrastigma gehören zu den verhältnismäßig friedliche Buntbarschen. Sie gehören zu den Non-Mbuna. Da sie bis zu 16 cm groß werden, brauchen sie ein großes Becken. Die Mindestgröße sollte 600 Liter betragen und eine Mindestkantenlänge von 150 cm haben. Das Becken sollte mit viel Sand als Bodengrund und Steine eingerichtet werden. Otopharynxe gehören zu den Allesfressern und können mit vielen Malawi-Fischfutter ernährt werden. Die recht friedlichen Buntbarsche und können mit anderen ihrer Art vergesellschaftet werden, sofern sie keine aggressiven Arten sind.  Es sollte immer ein Männchen mit mehreren Weibchen gehalten werden.

Steckbrief

  • Gruppe: Non-Mbuna
  • Beckengröße: 600 Liter
  • Mindeskantenlänge vom Aquarium: 150 cm
  • Lebensraum: Felszone (Höhlenbewohner)
  • Größe: Männchen bis zu 16 cm, Weibchen bis zu 14 cm
  • Futter: Allesfresser, Insektenlarven, Wirbellose und Krebstierchen
  • Charakter: verhältnissmäßig friedlich
  • Fortpflanzung: Maulbrühter

Redaktionsteam

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